Schweden 2018

Früh morgens um 3.30h des 28. Julis klingelte der Wecker. Um 4h saßen wir im fertig gepackten glampingbus und machten uns auf den Weg in den Norden.

Es war die bisher beste und entspannteste Fahrt nach Travemünde. Wir kamen bis ca. 150km vor unserem Ziel ohne Stau gut durch und entschieden uns die restlichen Kilometer über Land zu fahren.

In Lübeck aßen wir zu Mittag und bummelten durch das niedliche Städtchen. Die Nacht verbrachten wir, wie die letzten Jahre auch auf dem Hafenparkplatz.

Am nächsten Morgen, wachten wir beide schon vor dem Wecker auf und wir fuhren durch den Online-Checkin Schalter bis vor den Anleger. Dort gab es bei schönstem Sonnenschein Frühstück. Die Sonne schien auch während der ganzen Schifffahrt, so dass wir die meiste Zeit den Schatten auf dem Deck suchten.

In Schweden angekommen, fuhren wir auf der Autobahn knapp 200km an der Westküste entlang. Bis wir etwa 50km südlich von Göteborg landeinwärts fuhren und unseren Übernachtungsplatz fanden. Wir waren nicht allein, ein schwedisches Pärchen schien dort schon ein paar Tage zu zelten.

Auf der Fahrt sahen wir überwiegend vertrocknete Wiesen und auch Bäume mit gelben Blättern. Die Hitze und der fehlende Regen seit Ende April/Anfang Mai sieht man der Natur an. Im ganzen Land gilt totales Feuer- und Grillverbot.

Am Montagfrüh fuhren wir nach dem Frühstück nach Ullared zum Gekås dem größten Einkaufsladen Schwedens. Man kann es gesehen haben, muss aber nicht dort gewesen sein! Aber wir deckten uns gleich mit den wichtigsten schwedischen Lebensmitteln der Filmjölk und Non Stops(sehr leckere Schokolinsen) ein.

Anschließend ging es gemütlich über Land durch die schwedische Landschaft und den roten Häuschen nach Göteborg. In Kungälv, einem Vorort quartierten wir uns für zwei Nächte in einen kleinen und günstigen Campingplatz ein. Von dort aus fuhren wir am Dienstag morgen in 20Min in die Stadt. In Göteborg schlenderten wir durch die Einkaufsstraßen, der Altstadt, Fischhalle sowie der Markthalle. In der Markthalle aßen wir günstig und sehr lecker zu Mittag.

Es war der heißeste Tag mit 34Grad seit der Wetteraufzeichnung und wir entschieden uns mit der Straßenbahn nach Södermalm zu fahren um dort weiter mit dem Schiff eine Fahrt durch die südlichen Schären zu machen. Die Schiffe konnten wir mit unserem Tagesticket für den öffentlichen Verkehr mitbenutzen.

Am nächsten Morgen ging es weiter nördlich zum Nationalpark Tresticklan in Dalsland, der an der norwegischen Grenze liegt. Er ist im Süden Schwedens der National Park der am wenigsten erschlossen ist. Abseits des eigentlichen Parkplatz fanden wir ein Plätzchen für die nächsten zwei Nächte. Zwei Wanderungen machten wir dort. Ein Wanderung führte uns über die norwegische Grenze zu einer Hütte. Bei beiden Touren genossen wir die wunderschöne Natur im Wald mit ihren Seen. Jedoch waren die Böden ausgetrocknet, die Blätter der Heidelbeere herbstlich rot bis braun verfärbt. Die Heidelbeeren selber waren sehr klein und schrumpelig/vertrocknet. Selbst das grüne Moos war gelb und vertrocknet.

Am zweiten Abend bekamen wir belgische Nachbarn, welche aber vorher uns um Erlaubnis fragten, ob es für uns ok sei, wenn sie ebenso hier zelten würden. An diesem Platz wagten wir es zum ersten Mal unseren Tisch und Stühle aufzustellen, so dass wir alle Mahlzeiten outdoor genießen konnten. Auf Grund des Feuerverbotes kochten wir selbstverständlich IM glampingbus. Darauf hatten wir uns ja im voraus eingestellt.

Nach zwei Nächten Freistehen, war nun wieder Duschen angesagt und wir fuhren in Richtung Torsby in Värmland. Dort liegt der idyllisch gelegenen Campingplatz Nya Skogsgården am Fluss Rottnan. Es ist ein kleiner Campingplatz und wir ergatterten ein nettes Plätzchen direkt am Fluss. Wir verbrachten dort acht Nächte und unglaublich ruhige Tage. Wir machten dort Wanderungen und Radtouren. Erlebten einen Sturm (ohne Regen)und Birgit kochte ein Kilo Heidelbeeren zur Marmelade. Wir hatten bei einer Wanderung hoch auf einem Berg, direkt hinter dem Campingplatz, ein Fleckchen gefunden, an dem es verhältnismäßig viele Heidelbeeren trotz der extremen Trockenheit gab. In den acht Tagen packten wir nur einmal alles zusammen um mit dem glampingbus einkaufen zu fahren. Dies haben wir mit einer Wanderung auf dem Hovfjellet nördlich von Torsby verbunden. Die Wanderung führte uns durch Finnskogen, eine Gegend in der ab dem 17. Jahrhundert bis ca. 1980 Finnen gelebt hatten. Wir liefen den 7-Torp-Leden entlang und kamen eben an sieben solchen alten Finnenhöfe mitten im Wald vorbei. Zwei der Höfe waren noch bewohnt, die anderen alt und teilweise verfallen. Am letzten Hof gab es sehr leckere schwedische Waffeln, Apfelkuchen und Kaffee. Die Betreiberin ist deutsche und lebt seit sieben Jahren in Schweden.

Am Samstag unserer zweiten Urlaubswoche, ein Tag nach dem Sturm hieß es Abschiednehmen vom Nya Skogården. Jetzt ging es in kleinen Schritten wieder in Richtung Süden. Da Regen vorausgesagt war, fuhren wir nach Karlstad zu Ikea und weitere Shoppingcenter. Unseren Übernachtungsplatz fanden wir an einem See in der Nähe des Glaskogen Naturreservats. Unterwegs sahen wir einige umgestürzte Bäume neben und auf den Straßen die zum Glück zersägt waren und wir somit freie Fahrt hatten.

Am nächsten Morgen ging es dann in das Naturreservat, in dem wir wieder ein schönes Plätzchen zum Übernachten an einem See fanden, jedoch nicht allein. Hier machten wir eine Wanderung um den See. Die vorletzten zwei Nächten unseres Schwedenurlaubs verbrachten wir auf einem recht großen Campingplatz für unsere Verhältnisse am Stora Bör. Da es aber schon Ende der Hauptsaison war, gab es nicht mehr sehr viele Camper dort. Zu diesem Zeitpunkt wurde dort auch das Feuerverbot aufgehoben, das heißt wir erlebten den ersten Regentag! Morgens war es sogar so kalt, dass die Standheizung angeschmissen wurde. Nach dem Regentag erkundeten wir die Umgebung zu Fuß und mit den Rädern.

Schließlich ging es weiter Richtung Süden und Fähre. Eine frei stehende Nacht verbrachten wir noch ca. 300km vor Trelleborg. Dann ging es über die Autobahn zur Fähre. Je südlich wir kamen desto dichter und stressiger wurde das Fahren. Einen Abstecher zum Naturreservat Kullaberg, einer Halbinsel nördlich von Helsingborg machten wir noch. Hier waren wir jedoch nicht die einzigsten. Dies scheint eine touristische Attraktion zu sein, denn die Menschen kamen hier mit Reisebusse angefahren. Aber auch hier war die Natur sehenswert und wir machten eine kleine Wanderung zum dortigen Leuchtturm.

Rechtzeitig am Abend kamen wir gegen 19h in Trelleborg an, wo wir über Nacht mit der Fähre nach Deutschland zurück fuhren.

Pünktlich um 8h legten wir in Travemünde an und wir fuhren erstmal nach Lübeck zu frühstücken. Anschließend ging es schnurstracks auf deutschen Autobahnen nach Hause. Um 16h parkten wir unseren glampingbus vor unserer Haustür bei 34 Grad. Dieser Schwedenurlaub war anders und besonders. Auf Grund der großen Trockenheit in Schweden sah die Natur ganz anders aus, vertrocknete Wiesen, trockene Wälder, bunt gefärbte Blätter, gelbes Moos und kaum Heidelbeeren…..trotzdem wars wieder ein wunderschöner Urlaub!

 

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