Schweden 2019

1.Woche

Samstag um kurz vor 4h in der Früh, machten wir uns auf den Weg nach Travemünde. Bis ca. 10.30h verlief die Fahrt super, dann übermannte uns eine große Müdigkeit und ab Hannover kam ein Stau nach dem anderen. In der Nacht hatten wir beide, auf Grund des Gewitters, maximal drei Stunden geschlafen. Wir entschieden uns wieder, wie das Jahr zuvor den Stau zu umfahren und den schönen Weg über Land zu nehmen. In einem Eiscafé machten wir kurz Pause, so dass Birgit wieder fahrtüchtig war. Nach einer guten Stunde mussten wir allerdings wieder eine Schlafpause einlegen. Gegen 16h, nach 12h Fahrt, erreichten wir Travemünde, flanierten die Uferpromenade entlang und ließen es uns in einem Restaurant lecker schmecken. Gut gestärkt ging es anschließend zum Hafen zu unserem Übernachtungsplätzle.

Wir hatten eine ruhige Nacht und wachten ausgeschlafen vor 6h auf. Nun ging es zum Check In und dem Fähranleger. Dieses Jahr waren wir eines der letzten Fahrzeuge, die aufs Schiff durften. Wir mussten in das untere Deck und parkten fast ganz vorne vor der Schiffsöffnung. Während der Schifffahrt hatten wir mal wieder schönsten Sonnenschein, jedoch mit einem recht starken Wind und Seegang. Seekrank wurden wir nicht! Schweden begrüßte uns mit Sonne und fast 30 Grad. In Schweden fuhren wir noch fast drei Stunden bis kurz vor Värnamo, zu unserem ersten Übernachtungsplatz, einem Badeplatz, den wir uns mit einem anderen deutschem Wohnmobil teilten. Auffallend war sofort wieder diese Ruhe und Stille erleben zu dürfen.

Wir hatten eine erholsame Nacht, frühstückten mit Blick auf dem See, genossen die wunderschöne Natur am See und machten uns auf den Weg nach Husqvarna, zum dortigen Museum. Eigentlich hatten wir noch den Plan nach Gränna in die Zuckerstangenstadt zu fahren, worauf wir aber keine Lust mehr hatten und fuhren direkt zum Campingplatz Torpön. Der Campingplatz liegt auf einer Insel auf dem See Sommen. Wir genossen einen schönen sonnigen und heißen Nachmittag/Abend, schlenderten am Seeufer entlang und beobachteten die abfahrenden und ankommende Boote. In der Nacht gab es einen Temperatursturz , wir hatten am nächsten Tag nur noch max. 15Grad und es regnete den ganzen Vormittag. Nachmittags, als die Sonne ein wenig durch die Wolken kam, machten wir noch einen ausgiebigen Spaziergang durch den Wald am Seeufer entlang und ließen den Abend gemütlich draußen mit Lesen ausklingen.

Am Mittwoch früh wurden wir wieder von der Sonne geweckt, so dass wir outdoor frühstückten. Anschließend packten wir unsere Sachen zusammen, bezahlten die zwei Nächte und machten uns auf die Weiterfahrt. Um von der Insel zu kommen nahmen wir die Seilfähre für 30SEK. Wir fuhren über Motala am Vätternsee weiter, wo wir unseren ersten Einkauf tätigten und uns so manch schwedische Spezialität gönnten, nach Kumla. Am Kvantorpet einem Schieferberg machten wir halt und nahmen die 427 Stufen auf den Gipfel des Berges. Dort oben befindet sich ein Skulpturenpfad. Es gab noch Stellen, an denen der Boden heiss war, rauchte und stinkte. Nachmittags fuhren wir nochmals knapp 200km durch die schwedische Landschaft und über Schotterpisten zum Kindla Naturreservat auf dessen Parkplatz wir übernachteten. Abends gabs leckeres Köttbullar mit Reis. Als ich (Birgit)vor dem Schlafengehen nochmals die Toilette aufsuchte, stand ein Elch am Waldesrandes, beobachtete eine ganze Weile mich und ich ihn, dann spazierte er gemütlich zurück in den Wald. Die Nacht verbrachten wir alleine und absolut ruhig.

Am Morgen, nach dem Frühstück, machten wir uns auf, zu einer mehrstündigen Wanderung durch das Naturreservat. Wie immer sind diese Wanderungen unbeschreiblich schön, oft „hört“ man einfach nur die Stille! Nachmittags kamen wir ziemlich erschöpft am glampingbus an, so dass wir beschlossen eine weitere Nacht hier zu bleiben. Am nächsten Tag wachten wir zum ersten Mal in diesem Urlaub gegen 7.30h auf und wir kamen wie geplant zeitig los, um direkt zu unserem nächsten Ziel dem Campingplatz Nya Skogsgarden zu fahren. Bisher sind wir an keinem Tag vor 8.30h aufgestanden, was für uns beide sehr untypisch ist. Nach ca. 160km, einer zweineinhalb stündigen Fahrt, kamen wir am Campingplatz an. Wir ergatterten uns gleich ein schönes Plätzchen am Fluss Rottnan. Richteten uns gemütlich mit Markisenerweiterung und Hängematte ein. Nachmittags gönnten wir uns endlich wieder eine ausgiebige Dusche und ließen den Tag gemütlich mit einem Spaziergang und Lesen ausklingen. 

2.Woche

Am Samstag ging es den selben Berg zu Fuß hoch, wie vor einem Jahr, zum Heidelbeeren sammeln. Man sah deutlich, dass hier schon ordentlich abgeerntet wurde. Die Heidelbeeren wurden selbstverständlich direkt im Anschluss zur Marmelade verarbeitet. Den restlichen Tag verbrachten wir wieder lesend in der Hängematte oder Stuhl und lauschten der Stille, wenn die holländischen Nachbarn nicht da waren. Abends grillten wir leckere Lachsburger. Zum darauffolgenden Tag gibt es nicht allzu viel zu berichten. Wir verbrachten einen gemütlichen, ruhigen Tag mit lesen, köstlichem Kuchen backen, Fußball schauen und abends Lagerfeuern machen.

Auch der nächste Tag sah ähnlich aus, abgesehen davon dass wir fortlaufend von unseren neuen deutschen Nachbarn eingeräuchert wurden, die stundenlang ihr Essen auf dem offenem Feuer kochten. Lars war so genervt davon, dass wir beschlossen am nächsten Tag weiterzufahren. Am Abreisetag vom Nya Skogsgarden war das Wetter morgens noch sonnig und wir konnten alles im trockenen zusammenpacken. Mit einem Zwischenstopp in Torsby zum Einkaufen, fuhren wir zu einem Wassefall dem Famfallet. Auf der Fahrt zum Famfallet entdeckten und sahen wir am Waldesrand auf der Wiese plötzlich den König des Waldes stehen. Ein paar Meter weiter stand sein Weibchen und ein kleines Elchbaby die genüsslich weideten. Am Wasserfall machten wir eine drei stündige Wanderung über Stock und Stein, durch Wälder, am Fluss und dessen Schlucht entlang. Kurz vor unserer Rückkehr am Glampingbus fing es an zu regnen. Nach einem kleinen Snack im Glampingbus ging die Fahrt weiter, teilweise über sehr lange Schotterpisten, weiter gen Nordwesten zu unserem Übernachtungsplatz, einem Traumplätzchen, an einem See. Gerade war der Kaffe gekocht, da hieß es Elchalarm! Am gegenüberliegenden Ufer des See hatte sich etwas bewegt und tatsächlich war es ein Elch, den wir eine ganze Weile mit dem Fernglas beobachten konnten, bis er davon schwamm. 5 Elche zeigten sich uns in diesem Urlaub, davon vier an einem Tag!

Ausgeschlafen und gut erholt, wachten wir am nächsten Morgen auf und planten die Weiterfahrt. Nach dem Frühstück fuhren wir, teilweise in Norwegen, wieder Schotterpisten entlang zu einem Autofriedhof. Wir hatten mal wieder Glück mit dem Wetter und es regnete nicht, so lange wir durch den Wald mit den mehreren hunderten alten und verrosteten Autos schlenderten. Ein verlassener, interessanter und auch unheimlicher Ort! Der Weg führte uns nun weiter am See Foxen entlang mit vielen entzückenden schwedischen Häuschen. Im Glaskogen Naturreervat fanden wir unseren nächsten Übernachtungsplatz. Als wir von einem Spaziergang zurück kamen, hatten wir zwei deutsche Nachbarn. Auf dem Spaziergang konnten wir zwei fiepende Eichhörnchen eine Weile beobachten, die neben uns spielten und kämpften, während unsere Anwesenheit, sie nicht im geringsten störte. Den Abend verbrachten wir bei Regen und Sonnenschein im Glampingbus und erfreuten uns dem Naturschauspiel eines doppeltem Regenbogens der vor uns im See entsprang und seinen Bogen über den Berg in den Wald verschwinden ließ. Am Donnerstag, der zweiten Urlaubswoche, quartierten wir uns wieder auf den kleinem Campingplatz Vammerviken ein. Hier blieben wir fünf Nächte. Am ersten Tag genossen wir noch ausgiebig die Sonne und machten eine Radtour durch die schwedischen Wälder, an Seen und traumhaften, rot-weißen Häusern, den gepflegten Grundstücken vorbei und träumten mehr als einmal davon, wie es wohl wäre, wenn wir solch ein Anwesen hätten.

3.Woche

An den folgenden Tagen machten wir kleinere Wanderungen und eine größere, die uns in das Nachbardorf Gustavfors führte. Dort gab es eine deutsche Bäckerei bei der wir selbstverständlich gutes deutsches Brot und schwedische Zimtschnecken kauften. Wir wanderten am Dalslandskanals entlang, auf dem an diesem Samstag ein Kanumarathon ausgetragen wurde und wir nebenbei diesen Abschnitt verfolgen bzw. die vielen Kanuten beobachten konnten. Am Mittwoch hieß es auch schon wieder alle Sachen zusammenpacken und die Reise ging weiter Richtung Süden. Das Ziel war ein Übernachtungsplätzchen in einem Naturreservat. Auf dem Weg dorthin kamen wir in Trollhättan vorbei und konnten um 15h das imposante Schauspiel der Schleusenöffnung beobachten.

Für Donnerstag, unserem letzten Tag in Schweden, hatten wir geplant an der Westküsten, am Kullaberg zu dem Kunstwerk Ladonia/Nimes zu wandern. Das Wetter machte aber nicht mit. Da es am Tag/Nacht zuvor geregnet hatte und die Wanderung recht anspruchsvoll bzw. sehr rutschig gewesen wäre, zog es uns dann an einem nördlicheren Ort ans Meer. Weiter ging es mit zwei Zwischenstopps. Der erste Zwischenstop war bei einer kleinen urigen schwedischen Bäckerei und der zweite in Laholm. Dort kauften wir in einer Fischräucherei zweierlei geräucherten Lachs und vier Lachsburger für zu Hause. Gegen 18.30h erreichten wir Trelleborg. Im Ica am Hafen deckten wir uns nochmals mit schwedischen Leckereien ein und dann ging es direkt ans Terminal zur Fähre, nach Deutschland. Wir hatten eine Aussenkabine gebucht, beobachteten noch das Ablegen der Fähre vom Deck und gingen anschließend Duschen und in unsere Kojen zum schlafen.

Geweckt wurden wir um 6.30h von der Durchsage dass wir in balde Travemüde erreicht haben und somit unser Urlaub zu Ende geht. Die Heimfahrt verlief im Vergleich zur Hinfahrt, völlig unproblematisch und wir waren nach acht Stunden Fahrt zu Hause.


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